Erfahrungsbericht aus der Praxis

Vom Arbeitsplatzverlust zum Ingenieurbüro für Transformation

Wie aus Arbeitsplatzverlust, Transfergesellschaft und vielen offenen Fragen Schritt für Schritt ein neues berufliches Profil wurde.

Transfer · Transformation · Neuorientierung

Kontext: Dieser Praxisbericht verbindet die WDR-Begleitung meiner Neuorientierung mit meiner späteren Rolle als Praxisvertreter in einer BVTB-Podiumsdiskussion zum Beschäftigtentransfer.

Situation

Elf Jahre arbeitete ich bei Magna in Köln an der Entwicklung von Antriebssystemen für die Automobilindustrie.

Als die Schließung des Standorts feststand, veränderte sich mein berufliches und privates Leben innerhalb kurzer Zeit grundlegend. Der WDR begleitete diese Phase für den Beitrag „Made in NRW – Wirtschaft, Wandel und Wohlstand: Mobilität von morgen“.

Im Film ist zu sehen, wie eng berufliche Veränderung mit Familie, Identität und Zukunftsfragen verbunden sein kann. Zugleich zeigt der Beitrag einen Moment, in dem vieles noch offen war.

Beim erneuten Ansehen fiel mir auch auf, wie schnell sich kleine Ungenauigkeiten in medialen Darstellungen einschleichen. Im Beitrag wird gesagt, ich hätte Elektromotoren entwickelt. Tatsächlich arbeitete ich an vollständigen Antriebssystemen. Ich lerne daraus, Informationen aufmerksam und kritisch einzuordnen und Geschichten aus verschiedenen Perspektiven anzuhören.

Herausforderung

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich viele Ideen und ebenso viele Zweifel.

Ich wusste, dass ich meine Erfahrung aus Technik, Projektarbeit, Mitbestimmung und Veränderungsprozessen künftig anders einsetzen wollte. Wie daraus ein klares Angebot entstehen konnte, entwickelte sich erst nach und nach.

Die Verantwortung für meine Familie war dabei ständig präsent. Gleichzeitig entstand erstmals seit langer Zeit Raum, meinen beruflichen Weg bewusst neu zu gestalten.

Die zentrale Frage lautete für mich:

Wie kann aus meiner bisherigen Erfahrung etwas entstehen, das zu mir passt und anderen Menschen einen konkreten Nutzen bietet?

Handlung

Die Transfergesellschaft wurde für mich zu einem wichtigen Entwicklungsraum.

Ich nutzte Weiterbildungen, Coachings und Gespräche, um meine Ideen kritisch zu prüfen und weiterzuentwickeln. Ein prägender Moment war die Präsentation meiner ersten Geschäftsidee vor Coaches und ehemaligen Kolleginnen und Kollegen. Der WDR hielt genau diese Situation fest.

Damals suchte ich stark nach Rückmeldung und Sicherheit. Heute sehe ich darin einen wichtigen Schritt: Ich zeigte eine unfertige Idee, hörte zu und arbeitete anschließend weiter.

Auch meine Teilnahme an einer Veranstaltung des Bundesverbands der Träger im Beschäftigtentransfer gehört zu diesem Weg. Direkt nach einem Impulsvortrag von Prof. Harald Welzer nahm ich als Transfermitarbeiter und Praxisvertreter an einer Podiumsdiskussion teil. Dort brachte ich die Sicht eines Menschen ein, der sich mitten in der beruflichen Neuorientierung befand.

Aus einzelnen Schritten entwickelte sich mit der Zeit ein klareres Bild. Meine Erfahrungen aus Industrie, Betriebsratsarbeit, Projektmanagement, Coaching, Beteiligung und technischer Transformation verbanden sich zu einem neuen beruflichen Profil.

Ergebnis

Aus der ersten Geschäftsidee entstand mit der Zeit mein Ingenieurbüro für Transformation.

Heute begleite ich KMU, Teams, Betriebsräte und Einzelpersonen bei Veränderungsprozessen, Projekten, Digitalisierung und beruflicher Neuorientierung.

Beim Blick auf die WDR-Aufnahmen erkenne ich vor allem meine eigene Entwicklung. Damals war deutlich zu spüren, wie sehr ich noch zweifelte und auf Bestätigung hoffte.

Heute handle ich kontinuierlicher und entschlossener.

Ich entwickle Ideen, teste sie, passe sie an und gehe den nächsten Schritt. Zweifel gehören weiterhin dazu. Ich kann sie mittlerweile distanzierter beobachten und mit ihnen gehen.

Learning

Meine wichtigste Entwicklung liegt für mich im Übergang vom Zweifeln zum kontinuierlichen Handeln.

Klarheit entsteht nach meiner Erfahrung selten vollständig im Voraus. Sie wächst, während etwas ausprobiert, reflektiert und weiterentwickelt wird.

Diese Erfahrung prägt auch meine heutige Arbeit. Ich erlebte selbst, wie es ist, wenn eine vertraute berufliche Rolle wegfällt und ein neuer Weg erst langsam sichtbar wird.

Dadurch begleite ich Veränderung mit Geduld, Blick auf den Prozess und Vertrauen in kleine, konkrete Schritte.

Impuls

Vielleicht beginnt Transformation genau dort, wo Menschen wieder Einfluss auf ihren nächsten Schritt gewinnen.

Der WDR-Beitrag zeigt einen frühen Ausschnitt meines Weges. Die Podiumsdiskussion beim BVTB zeigt eine weitere Etappe. Mein heutiges Ingenieurbüro ist daraus Schritt für Schritt entstanden.

Aus einer Standortschließung wurde eine berufliche Neuorientierung.

Aus vielen Fragen wurde Bewegung.

Und aus Bewegung wurde ein neuer Weg.

Quellen und weiterführende Verweise

Weiterführende Praxisberichte

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Ich begleite Menschen, Teams, Betriebsräte und Unternehmen dabei, aus Unsicherheit wieder konkrete nächste Schritte zu entwickeln.

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