Warum ich die Methode einsetze
Transformation braucht neue Technologien, klare Prozesse und belastbare Entscheidungen. Gleichzeitig müssen Menschen unterschiedliche Erfahrungen, Interessen und Vorstellungen miteinander in Beziehung bringen.
Genau hier erlebe ich LEGO® SERIOUS PLAY® als hilfreich. Die Methode macht abstrakte Gedanken als Modelle sichtbar. Menschen bauen, erzählen, beobachten, fragen nach und entwickeln daraus ein gemeinsames Lagebild.
Für mich ist das Material ein Werkzeug. Die eigentliche Leistung entsteht durch Reflexion, Beteiligung, Dialog und Co-Kreation. Deshalb verbinde ich die Methode mit systemischem Coaching, klarer Prozessarchitektur und meiner Arbeitsweise als Ingenieur und Transformationsbegleiter.
Was die Methode auszeichnet
LEGO® SERIOUS PLAY® entstand aus der Suche nach neuen Formen der Strategieentwicklung. Johan Roos, Bart Victor und Kjeld Kirk Kristiansen werden in der Forschung als zentrale Personen der frühen Entwicklung beschrieben. Seit 2010 beschreibt die LEGO Group die Methode als Open-Source-Modell; Training und Facilitation erfolgen durch unabhängige Anbieter.
Modelle tragen Bedeutungen, Erfahrungen, Beziehungen und Hypothesen. Die Deutungshoheit bleibt bei der Person, die gebaut hat. Andere fragen nach, interpretieren jedoch nicht fremde Modelle.
Der Kernprozess
Ich arbeite mit vier Schritten: Bauauftrag, Bauen, Teilen und Reflektieren. Der Open-Source-Guide beschreibt Challenge, Building und Sharing; Reflexion ist dort bereits im Bauen und Teilen angelegt. Ich mache sie bewusst als eigenen Schritt sichtbar.
Wichtig ist: Alle bauen. Alle erläutern ihr eigenes Modell. Fragen beziehen sich auf Modell und Geschichte. Beratung erfolgt nur, wenn sie ausdrücklich gewünscht wird.
Was Forschung vorsichtig stützt
Die Forschung zu LEGO® SERIOUS PLAY® wächst. Chew et al. erfassten 268 Publikationen aus Scopus und Web of Science für 2015 bis 2025. Sie beschreiben ein interdisziplinäres Feld, zugleich methodische Fragmentierung und Bedarf an Langzeitforschung.
Einzelne Studien berichten Hinweise auf Lernzuwächse, Motivation, kreative Ergebnisqualität, Teamkohäsion, psychologische Sicherheit, Reflexion und Perspektivenvielfalt. Für langfristigen Transformationserfolg, Produktivität oder wirtschaftlichen Nutzen reicht ein Workshop allein nicht aus. Entscheidend ist, was anschließend im Alltag umgesetzt wird.
Was ich messbar mache
- Prozess: Konnten sich alle einbringen? Waren Fragen und Rahmen hilfreich?
- Ergebnis: Welche Hypothesen, Entscheidungen oder offenen Punkte entstanden?
- Transfer: Welche Verantwortlichkeiten, Experimente oder nächsten Schritte wurden vereinbart?
- Wirkung: Was verändert sich später im System, etwa Zusammenarbeit, Akzeptanz oder Entscheidungsqualität?
Warum die Haltung entscheidend ist
Qualität entsteht nicht allein durch die Methode. Sie entsteht in der Begleitung. Ich übernehme Verantwortung für Zielklärung, Roadmap, Zeit, Beteiligung, Dokumentation und Transfer. Die inhaltliche Deutung und die Lösung bleiben bei den Menschen, die anschließend damit arbeiten.
Meine Haltung basiert auf Wertschätzung, Empathie, Kongruenz und Nichtwissen. Eigene Wahrnehmungen formuliere ich als Hypothesen, nicht als Diagnosen.
Wann der Einsatz sinnvoll ist
Ich setze LEGO® SERIOUS PLAY® besonders dann ein, wenn eine Fragestellung komplex und mehrdeutig ist, mehrere Perspektiven beteiligt sind, implizites Wissen sichtbar werden soll oder ein gemeinsames Lagebild benötigt wird. Für reine Wissensvermittlung oder bereits feststehende Entscheidungen sind andere Formate meist effizienter.
Fazit
LEGO® SERIOUS PLAY® ist für mich weder spielerische Dekoration noch universelle Lösung. Es ist eine strukturierte Form haptischer Prozessberatung.
Die Stärke liegt in der Bewegung vom individuellen Erleben zum sichtbaren Modell, vom Modell zum Dialog, vom Dialog zum gemeinsamen Lagebild und vom Lagebild zum überprüfbaren nächsten Schritt.
Ausgewählte Quellen
- LEGO Group: LEGO® SERIOUS PLAY® FAQ
- LEGO Group: Open Source Introduction
- Chew et al. (2025): Bibliometric Mapping
- López-Fernández et al. (2024): Software Engineering Education
- Passmore, Tee & Gold (2025): Team Coaching using LSP
- Zenk, Primus & Sonnenburg (2022): Flow and creative output
Markenhinweis: LEGO® und SERIOUS PLAY® sind Marken der LEGO Gruppe. Diese Webseite und dieser Artikel werden von der LEGO Gruppe weder unterstützt, autorisiert noch empfohlen.
Der vollständige Markenhinweis steht im Impressum.
Weiterführende Praxisberichte
Transformation sichtbar machen?
Ich begleite Workshops mit klarem Rahmen, Dokumentation und Fokus auf nächste überprüfbare Schritte.
